Anton Geistreich 1875 – 1923

Vom Leben

Winter

Dunkle Wolken,
drohend, mit lautem Gestöhne,
biegende Wipfel,
fast berstend, den Sturm verhöhnend.
So unwirklich und fern ist die schöne Zeit.
Des Sommers Abschied ist verkündet,
der Winter macht sich bereit.
Schließet die Stuben, verriegelt die Ställe.
Hol herein den Mensch, das Vieh und das Korn.
Das Haus ist bestellt, es naht des Winters Kälte,
und bald wird wieder ein Kind im Stall geboren.
Die Natur geht nun schlafen und ruht sich lange aus.
Leg auch du dich endlich nieder,
vorbei ist die mühvolle Erntezeit.
Schlaf ein, er bringt dir die Kraft nun wieder.
Schlaf ein bis alles von neuem beginnt,
bis wieder beginnt die schöne Zeit.
Wenn der Tag einst kommt am Ende deiner Zeit,
ruhe auch du dich dann aus,
ruhe dich aus bis in alle Ewigkeit.