Anton Geistreich 1875 – 1923

Verse

  1. Am Ende ist es der Wille, nicht das eventuelle Wollen, um wirklich etwas zu bewegen.
  2. Gestalte die Gegenwart, bevor die Zukunft es tut …
  3. Das Leben schenkt dir 3 Milliarden Sekunden. Aber keine davon zweimal …
  4. Das Leben wird durch die mögliche Lebenszeit begrenzt. Es gibt keine Nachspielzeit. Aber oftmals ist schon nach der ersten Hälfte Schluss …
  5. Als Kind ist die Zukunft weit weg. Im Alter ist sie ganz nah.
  6. Ein jedes Alter lehrt uns, mit unserer Gegenwart und unserer Zukunft respektvoll und sorgfältig umzugehen. Einzig die Vergangenheit ist unser Lehrmeister.
  7. Nach jeder Nacht beginnt ein neuer Tag. Auf Enttäuschungen folgen Glücksmomente. Jedes Ende ist gleichzeitig auch ein Neuanfang. Gibt es keinen Neuanfang – so war es auch noch nicht das Ende.
  8. Der entscheidende Eindruck ist der erste. Der bleibende jedoch ist immer der letzte.
  9. Wer viel hat, kann vieles verlieren. Wer nicht viel hat, kann alles verlieren.
  10. Nicht alles was im Hellen glänzt, verliert im Schatten seine Schönheit.
  11. Gerechtigkeit ist das Recht des Schwächeren. Der Stärkere nimmt sich das Vorrecht des Gerechten.
  12. Nicht das Denken und Wissen bestimmt unsere Moral. Allein das Reden und Handeln macht sie sichtbar.
  13. Gegen den Strom zu schwimmen bedeutet nicht, für Olympia zu trainieren. Es ist eher die argumentative Vertretung einer eigenen Meinung.
  14. Nicht jeder Schritt zurück ist ein Rückschritt. Nicht jeder Weg zurück ist ein Rückweg. Der erste Schritt und der Weg ist das Ziel.
  15. Das Mitleid der Menschen beschränkt sich auf die Beschreibung des eigenen Verlustes und auf die eigenen Nöte …
  16. Respekt muss du dir verdienen. Neid und Missgunst kommen von ganz alleine.
  17. Schweigen sind unausgesprochene Worte, die sehr laut sein können …
  18. Das Leben ist wie ein sehr guter Wein. Erst sonnenverwöhnte, süße Trauben, dann gekeltert und veredelt. Die besten sind die Alten.
  19. Die Unwichtigkeit des Seins – steht die Wichtigkeit des Nichtseins gegenüber. Ich war – also bin ich nie …
  20. Wer glaubt, das Recht zu haben, Entscheidungen zu treffen, sollte prüfen, ob er auch die Eignung dazu hat …
  21. Das Leben zu verstehen – heißt loslassen zu können. Im Verlust oder einer Niederlage wächst der Geringste zum Größten …
  22. Du bist nicht nur, was Du tust. Du bist auch, was Du nicht getan hast.
  23. Es gibt Tage, die wichtig sind. Für die gesamte Welt – alle Freunde, Bekannte – manchmal aber nur für Dich allein …
  24. Am Anfang steht eine Idee. Dann kommt der Wille. Es folgt die Bereitschaft. Dein Handeln ist der Schlüssel und der erste Schritt zu allem …
  25. Erwachsen werden ist, in Monaten und Jahren gerechnet, nicht schwer – es zu bleiben oftmals um so mehr …
  26. Wenn du nach Hause willst, suche nicht den Ort, folge einfach deinen Gefühlen …
  27. Heimatlosigkeit ist eine Geißel. Zukunftlosigkeit ein Problem und Charakterlosigkeit eine Schande …
  28. Alles, was erledigt werden muss, wird erledigt. Manchmal früher, manchmal später. Manchmal auch von alleine …
  29. Worte sind nur hilflose Gesellen, wenn Gedanken und Gefühle keinen Wert mehr haben …
  30. Zeit ist das Wichtigste, was es gibt. Du kannst sie weder kaufen, leihen noch stehlen …
  31. Lasst uns zuhören. Reden können wir später …
  32. An dem Tag, an dem ich sterben muss, werde ich mich verleugnen und den Morgen abwarten …
  33. Alle Hoffnungen beschwören ein langes Leben nach dem Tod – genieße erstmal das kurze Leben vor dem Tod …
  34. Wenn das Buch des Lebens tausend Seiten hat, lies nicht zuerst die letzte Seite – denn alles gehört dazu …
  35. Etwas Mutiges tun heißt auch, anderen etwas zuzumuten.
  36. Eigenes Denken, Handeln und kluge Entscheidungen treffen läßt sich leicht durch übermäßige Kritik, überhebliche Bewertung und Handlungsverweigerung ersetzen.
  37. Abgerechnet wird nicht am Ende – gerechnet wird am Anfang – sonst wird das Ende furchtbar …
  38. Die Zeit mag Wunden heilen, aber sie ist eine schlechte Pflegerin und eine noch miserablere Kosmetikerin …
  39. Wenn dir dieser eine Moment im Leben widerfährt – halte ihn fest. Er kommt kein zweites Mal.
  40. Der Glaube kann Berge versetzen. Irrglaube verbreitet Lügen, Bosheiten und gefährliche Meinungen.
  41. Worte und Gedanken beschreiben all das Elend und all die Ungerechtigkeiten. Einzig sie beheben sie nicht.
  42. Oftmals trifft mich hart die Kritik anderer. Vernichtend meine eigene …
  43. Das Leben ist schön – es wird von uns nur dilettantisch arrangiert.
  44. Wir sprechen über uns und unser Leben. Wir planen uns und unser Leben. Einzig das Leben plant nicht mit uns.
  45. Kleinigkeiten sind nötig, um große Dinge erst möglich zu machen …
  46. In diesen Tagen darf jeder sagen, was er denkt, selbst wenn er den Schritt des Denkens überspringt …
  47. Was du erledigen kannst – erledige es. Was du nicht gerne erledigen möchtest – erledige es trotzdem. Was du nicht erledigen kannst – gibt es nicht …
  48. Wer weiß, wie er morgen entscheiden wird, hat gestern die Grundlagen für das heutige Handeln wohl überlegt.
  49. Solange man gesund, sich ernähren und frei bewegen darf, denken und seine Meinung ohne Vorbehalte äußern kann, sollte uns die Jammer- und Stöhnerei nachdenklich machen.
  50. Wer kluge Fragen stellt, dem antworte mit Verstand. Listige Fragen beantworte mit Bedacht. Dumme Fragen beantworte mit großer Sorgfalt, denn es gibt nur dumme Antworten.
  51. Respekt und Liebe bedeutet, sich nicht bedingungslos aneinander zu gewöhnen. Die ständige Herausforderung ist gegen den Verlust …
  52. Mit Sonne im Herzen ist es selbst an dunklen und tristen Tagen warm.
  53. Warten auf das, was nie gekommen, suchen, was nie gefunden, hören, was nie gesprochen – du wirst scheitern …
  54. In der größten Not und Sorge geschehen Dinge, die uns zweifeln lassen und uns wütend machen. Mit Zweifeln und Wut werden wir weder Probleme, Not oder Sorgen lösen können.
  55. In der Stille der Zeit sind liebe Worte und gute Taten sehr laut. Jemandem zu sagen, wie sehr du ihn magst, herzlich zu drücken und dabei zu lächeln.
  56. Kluge Menschen erkennt man nicht an ihren überlegenen und überheblichen Worten und Taten. Das ist einzig der Vortritt der Selbstgerechten …
  57. Eine Gesellschaft, die sich einzig durch Wachstum, Wohlstand und Egoismus definiert, scheitert. Am Berg bestimmt immer der Schwächste das Tempo. Gemeinsam zum Ziel.
  58. Mit jeder Krise kommt auch die Erkenntnis, wer oder was deine Vergangenheit bestimmt hat und was oder wie deine Zukunft sein könnte …
  59. Was man als Kind gelernt, ist uns im Alter wichtig und gerecht. Was man im Alter lernt, wurde uns als Kind sehr oft verboten.
  60. Der Wein bringt den Schmerz der Gedanken aufs Papier. Zudem die Liebe, die Leidenschaft, die Streitfähigkeit und das Laster.
  61. Ein guter Hahn braucht eine gute Henne …