Briefe
Geburtstagsgrüße und ein Namenstag
Kloster zur Heiligen Schwester Monika · 4. September 2016
Geburtstagsgrüße, bewusst zu früh verschickt – vor den Exerzitien in Hochfelden. Der Brief erzählt vom Ferienende im Wirtschaftsbereich, einem Flammkuchenessen im Freien und einem Namenstagsfest mit Frauen, die sechzig Jahre zuvor bei ihr die Küche erlernt hatten.







Klartext
Lieber Udo,
heute an einem wunderschönen, milden Sommertag schicke ich Deine Geburtstagsgrüße auf die Reise. Leider etwas zu früh, aber in der kommenden Woche bin ich in Hochfelden, zu Exerzitien. Am Sonntag den 11.9. bin ich mit Sr. Rita wieder zurück. Wenn Du willst, könntest Du dann Sr. Rita anrufen und sagen, wie Du es vor hast. Ich glaube, die ärgste Hitze ist vorbei. Ich habe mir schon alles überlegt, was ich machen will, denn ich freue mich auf Anni.
Bei uns wird es so langsam wieder normal, im Wirtschaftsbereich, der Ferieneinsatz geht zu Ende, denn die Urlauber kommen heim. Ein bißchen hatten auch die Zuhausegebliebenen Ferien, sie durften am Morgen etwas länger schlafen, und einmal hatten wir Flammkuchenessen im Freien, bei bester, fröhlicher Stimmung. Und das Wetter Sonne pur, paßte auch dazu.
Ich durfte an meinem Namenstag fünf Frauen einladen, hier aus der Umgebung und eine Schwester aus dem gleichen Kurs, die vor 60 Jahren in Freiburg bei mir die Küche gelernt haben. Es war nett und unterhaltsam. Was sie noch alles wußten – Sr. Rita, die wir auch eingeladen hatten, staunte nur so, wie wir das damals alles unter einen Hut bekommen haben, ernste Arbeit und Blödsinn machen, zum Leidwesen unserer Oberin, die kein Verständnis für junge Mädchen hatte. Eine Frau, Anita, sagte: das Jahr im Katharinenstift war die schönste Zeit in meinem Leben. Das war mein schönstes Namenstagsgeschenk. Ich war ja auch noch jung und wußte zuerst nicht, ob ich alles richtig mache.
Auch meine Mitschwestern kamen am Festtag nicht zu kurz, sie bekamen jede ein Stück Zwetschgenkuchen, zwei Schwestern halfen mir beim Backen. Und dann waren noch die vier Schwestern, die meine Gäste sein durften. Sie schnitten am besten ab. Am Abend war ich nicht mehr so frisch wie am Morgen, aber ich war froh, das alles ohne Streß von statten gelaufen ist.
Nun wünsche ich Dir und Deiner Mutter sowie Susanne und Niklas einen schönen Geburtstag, an den Du in Freude noch lange denkst,
alles Liebe, Monika.