Briefe
Die Nikoläuser und das leere Kloster
Kloster zur Heiligen Schwester Monika · 8. Dezember 2020
Ein Adventsbrief aus dem ersten Coronajahr, dem ein von allen Mitschwestern unterschriebenes Dankesblatt beiliegt: Die Nikoläuser haben die Fahrt vom Rheinland ins Badenerland gut überstanden. Der Brief selbst klärt auf, wie es um die zehn Schwestern im Caritas-Pflegeheim steht, und spricht dann aus, was den ganzen Bestand überschattet – bis Ende des kommenden Jahres muss das Kloster leer sein. Vom Fenster aus sieht die Schreiberin beide Stationen und den Neubau, auf dem schon das Dach sitzt; alle Schwestern finden einen Platz, bevor das Mutterhaus verkauft wird. Beigelegt sind eine selbst gefertigte Weihnachtskarte und ein Neujahrsgruß.









Klartext
Lieber Udo. Mir fehlen die Worte um die Freude zu beschreiben. Das waren aber auch schöne Männer und eine kam gestern morgen und sagte, das ist eine gute Schokolade, richtig lecker. Vielen herzlichen Dank.
Jetzt muß ich noch etwas aufklären, wie das ist mit den 10 Schwestern im Pflegeheim. Sie gehören zu uns, wohnen aber im Caritas Pflegeheim. Da haben wir Anspruch auf 20 Betten. Es ist in unserer Nähe, aber es ist ein anderer Betrieb. Bis Ende nächsten Jahres muß unser Kloster leer sein. Schlimm war es für die ersten die hinein kamen, aber jetzt haben sie ein gutes Miteinander. Sie haben keinen Spiritual und deshalb auch nicht oft eine hl. Messe wie wir. Durch Corona dürfen nur bestimmte Schwestern einen Besuch machen, aber wer etwas hat darf es mit geben und die freuen sich. Von meinem Fenster aus sehe ich die beiden Stationen, ebenso sehe ich unser kleines neues Kloster, da ist schon das Dach drauf. Da kommen die Schwestern rein, die keine Pflege brauchen, und sollten es noch welche sein, dann kommen sie ins neu umgebaute Haus, da wohnen wir denn auf Miete. Alle Schwestern finden einen Platz, bevor das Mutterhaus verkauft wird.
Die zehn Schwestern im Caritas Pflegeheim waren zuerst mal hier oben bei uns. So waren wir denn 30 Schwestern, hier auf Krankenstation.
Dann siehst Du eine Weihnachtskarte von Deinem Karton. Die habe ich mal gemacht um keine großen Weihnachtsbriefe zu schreiben. Du findest es sicher auch gut. Vor Weihnachten will ich Frau Eßer auch so eine schicken.
Alles Gute und Dir viel Gesundheit
Deine Monika
Jetzt hätte ich fast vergessen mich für die beiden Christstollen zu bedanken. Vielen Dank.
Das Dankesblatt
Kloster zur Heiligen Schwester Monika 2. Adventsamstag
Lieber Udo.
Die Nikoläuser haben die Fahrt vom Rheinland bis zu uns ins Badenerland gut überstanden. Die Überraschung war groß. Deshalb wollen wir uns bei Dir bedanken.
Sr. Vera · Sr. Ricarda · Sr. Laudina · Sr. Jessy, der Oberste vor der Spritze · Sr. Roberta · Sr. Brigitte · Sr. Gerhardis · Sr. Walburga · Sr. Ysentrud · Sr. Frobena · Sr. Martina · Sr. Rowira · Sr. M. Beate · Sr. Anella · Sr. M. Clementa · Sr. Thressia · Schwester Magdalena, indische · i. V. Sr. Margret, sie schläft · Pflegerin Doreen · Sr. Monika
Gotte segne uns alle und begleite uns, überall.
Meine Mitschwestern haben sich ja so gefreut. Es war wie an Weihnachten.
Die Weihnachtskarte
Lieber Udo,
von Herzen wünsche ich Dir frohe, gesegnete Weihnachten für Dich und Deine Lieben.
Der Neujahrsgruß
Für jeden Tag des neuen Jahres, Gesundheit und Erfolg und Gottes Segen.
Deine dankbare Monika.