Briefe
Das vollendete Glücksgefühl und der Spielabend
Kloster zur Heiligen Schwester Monika · 4. Dezember 2016
Ein Brief vom zweiten Advent, geschrieben in zwei Anläufen – die erste Seite endet mit dem Wort „Pause“, die zweite beginnt: „Es ist Abend geworden.“ Ein Paket ist ohne Voranmeldung eingetroffen und hat die Schreiberin, wie sie sagt, wie erschlagen von wunderschönen Ereignissen. Sie dankt für die Packmühe, berichtet, dass es den Schwestern besser geht, seit Sr. Rita Provinzoberin ist – frisches Gemüse statt Essen aus der Tüte –, erzählt vom Spielabend, vom angeschnittenen Kölner Christstollen und vom Spritzgebäck, das eigentlich für die Weihnachtstüten bestimmt war. Am Ende die Erinnerung an ein kurzes Telefonat, bei dem im Hintergrund lustige Musik und fröhliche Menschen zu hören waren.





Klartext
Kloster zur Heiligen Schwester Monika 2. Adventsonntag.
Lieber Udo.
Eigentlich weiß ich nicht wo ich anfangen soll, es kam so viel mit einem Mal. Es kam so einfach ohne Voranmeldung. Ich kam mir fast vor wie erschlagen von wunderschönen Ereignissen, wenn ich es in einem Wort zusammen fassen soll dann heißt es vollendetes Glücksgefühl.
Doch zuerst will ich Dir danken, für all die guten und leckeren Sachen. Du bist ein guter Packer, alles saß so schön in dem Karton. Mit jedem Teil was ich heraus nahm machte mein Herz einen Freudensprung.
Also für alles, für Deine Freigebigkeit und für die Packmühe, vielen vielen Dank.
Es wird nicht alles vor Weihnachten aufgegessen. Sr. Rita hat es angesehen und sich ebenfalls gefreut. Sie freut sich wenn alle Schwestern froh und zufrieden sind. Seit dem sie Provinzoberin ist geht es uns besser als vorher, besonders was das Essen anbetrifft. Wir leben nun nicht mehr aus der Tüte, sondern von frischen Gemüsen und Salaten, auch haben wir oft frisches Obst. Pause.
Es ist Abend geworden. Wir haben noch mit einander gespielt, für die die wollten. Es ist immer eine lustige Sache, so ein Spielabend. Wenn dann die Sr. Vera sagt kommt langsam zum Ende sehen wir wie schnell die Zeit verrann. Ich durfte einen Christstollen anschneiden, einen Kölner, der war vielleicht gut. Man sagt ja vor Weihnachten schmeckt das Weihnachtsgebäck am besten, bei unsren Schwestern und ich gehöre ja auch dazu, schmeckt es immer. Das Spritzgebäck kommt in die Weihnachtstüten. Es ist schon etliches heraus, ich gab einer Schwester davon und sofort waren drei Schwestern mit Schüsselchen da und baten auch um etwas Gebäck. Es ist richtig lecker.
Ich komme so langsam zum Schluß. Ach so als ich Dich gestern abend kurz anrief um Dir zu sagen das die beiden Pakete gut angekommen sind, hörte ich lustige Musik und fröhliche Menschen, ich habe mich so richtig von Herzen gefreut das Du auch mal eine Freude hast. War das ein Weihnachtsmarkt in Gladbach?
Lieber Udo. Für all Deine Güte vielen Dank.
Schon jetzt frohe Weihnachten und weiterhin Gottes Segen für jeden Tag im neuen Jahr.
Deine oft an Dich denkende Monika.
Susanne bekommt von mir, sobald ich mehr Zeit habe einen Brief.