Briefe
Die Fahrt nach Köln und die Kerzen im Dom
Kloster zur Heiligen Schwester Monika · 11. April 2019
Ein kurzer Brief auf einem schmalen Bogen, kurz vor Ostern. Der Dank für ein Paket steht am Anfang, doch das eigentliche Geschenk war eine Briefkarte mit einem Bild der Mutter – und die löst eine Erinnerung aus: So habe sie ausgesehen, als sie sie zum ersten Mal sah, im Auto auf der Fahrt nach Köln, Kaffee und Kuchen, danach der Dom und die vielen Kerzchen, die die Mutter dort anzündete. Der Trost ist knapp und gewiss formuliert. Am Ende steht sie selbst im Bild: Sie spürt ihr Alter, ist aber noch halbtags beschäftigt – nächstes Mal mehr.



Klartext
Lieber Udo.
Dein Paket kam gestern bei uns an. Vielen Dank dafür. Die indischen Mitschwestern wollen sich auch bei Dir bedanken.
Udo, Dir zum Trost, es vergeht kein Tag an dem ich nicht für Dich und Deine liebe Mutter bete.
Danke auch für die Briefkarte. So sah Deine Mutter aus als ich sie zum ersten Mal sah. Es war in Deinem Auto, als Du mit uns nach Köln fuhrst. Nach dem Kaffe und leckeren Kuchen gingen wir dann in den Dom, wo Deine Mutter viele Kerzchen anzündete.
Glaub mir Deine Mutter ist gut oben angekommen. Ihre Jugend war hart durch den schrecklichen Krieg und das Alter bringt auch manche Überraschung, die man verkraften muß. So langsam spüre ich mein Alter, noch bin ich halbtags beschäftigt
Lieber Udo, nächstes Mal mehr.
Für Dich und Deine Lieben jetzt schon gesegnete Ostern
Deine dankbare Monika.